"Wir alle wissen, wie man hört,
aber wenige wissen, wie man zuhört."
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Gedichte

Das Licht im Keller

Von Sacinandana Swami

Ich drücke gute Ideen gerne in poetischer Form aus, weil ich glaube, dass das den Lesern eine eigene Erfahrung des dargestellten Themas ermöglicht. Eine dieser Ideen stammt von Søren Kierkegaard, einem dänischen Existentialisten, der das menschliche Leben mit dem Wohnen in einem mehrstöckigen Haus verglich; die verschiedenen Daseinsebenen, auf denen wir wohnen können, entsprechen Körper, Geist und Seele. Er bemerkte treffend:

„Jeder Mensch ist eine psycho-physische Einheit, dazu bestimmt, Seelenwesen zu sein; das ist das Haus, doch er zieht es vor, im Keller zu wohnen, auf der sinnlichen Ebene. Darüber hinaus zieht er es nicht nur vor, im Keller zu wohnen – nein, er liebt es so sehr, dass er sich empört, wenn ihm jemand vorschlägt, in das prachtvolle obere Stockwerk zu ziehen, das frei zu seiner Verfügung steht, denn schließlich lebt er in seinem eigenen Haus.“

Diese Analogie hat mir schon immer gefallen. Deshalb möchte ich ein Gedicht mit euch teilen, in dem ich versucht habe, diese Idee weiter auszubauen.

Das Licht im Keller

Ein Fahrrad mit plattem Reifen,
eine Schublade voller Dinge, die ich nie wieder benutzen werde,
alte Schlüssel – ausrangiert und durcheinander…
Nein, ich kann sie nicht wegwerfen, denn:
„Irgendwann könnte ich sie brauchen.“

Mein Herz ist ein dunkler Keller – verfinstert durch
unterdrückten Zorn und Angst,
vollgestopft mit alten Unsicherheiten, Zweifeln,
Aufzeichnungen antiquierter Schmerzen…
Alles fühlt sich wie ein Teil von mir an.
Gibt es keinen Hoffnungsschimmer?

Das erste Treffen mit meinem spirituellen Meister am Londoner Flughafen,
umhüllt von seiner göttlichen Ausstrahlung,
ein bahnbrechender kirtan in Hamburg
und unverdiente Offenbarungen
in jener Nacht am Govardhana Hügel
bringen in der Tat das Licht…

Lass mich mein Herz öffnen, um mehr Platz zu schaffen!
Ich fühle, wie sich das Licht darin ausbreitet.
Mein lieber Shrila Prabhupada,
liebe Devotees, lieber Herr – geht nicht vorbei!
Bitte seht, es gibt Platz für euch in meinem Herzen.
Ich räume dieses Chaos auf.
Bitte kommt und wohnt in mir.
Eure Barmherzigkeit ist das Einzige, was ich wirklich brauche.

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