"Es gibt kein grösseres Leid als Anhaftung.
Es gibt kein tieferes Glück als Loslösung."
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Über den Wolken 03 - SB 5.18.9

 
 
 
Das gesamte Srimad-Bhagavatam ruht auf dieser Grundlage - Mitgefühl gegenüber anderen. Gehen wir zurück zum zweiten Anlass, bei dem das Srimad Bhagavatam gesprochen wurde. Es war im heiligen Wald von Naimisaranya, der sich im heutigen Nordindien befindet. 88.000 Weisen hatten sich unter der Führung von Shaunaka Rishi versammelt. Ihr Ziel war es, ein tausendjähriges Opfer für das spirituelle Wohlergehen der Menschheit durchzuführen. Als sie die göttliche Qualität und den makellosen Charakter von Suta Goswami sahen, stellten die Weisen ihm sechs entscheidende Fragen. Dieser Austausch von Fragen und Antworten enthüllte die Wahrheit des Bhagavatam zum Nutzen unzähliger zukünftiger Generationen. Die allererste Frage lautete: "Was ist das höchste Gut für die gesamte Menschheit?" Dies ist eine höchst mitfühlende Frage. 
 
Das Bhagavatam informiert uns an vielen Stellen über den Wert von daya, oder Mitgefühl. Zum Beispiel heißt es in SB 4.31.19: "dayayā sarva-bhūteṣu: Indem man allen Lebewesen Barmherzigkeit erweist, kann man die Höchste Persönlichkeit Gottes, Janardana, sehr schnell zufriedenstellen."
 
Srila Prabhupada schreibt in der Erläuterung, dass der beste Weg, allen bedingten Seelen Barmherzigkeit zu erweisen, die Verbreitung des Krishna-Bewusstseins ist, weil die ganze Welt aufgrund von "avidya" leidet.  Das heißt, die Menschen wissen nicht mehr, wer sie wirklich sind, und deshalb sind alle ihre Aktivitäten darauf ausgerichtet, den physischen Körper zu befriedigen, der heute hier ist und morgen wieder weg ist. Sie tun nichts für sich selbst - die Seele. Und wenn die Seele verloren ist, ist alles verloren.
Lasst uns heute die Frage stellen: Was bedeutet es eigentlich, mitfühlend zu sein?          Ich werde euch nun durch einen vierstufigen Prozess führen, der euer Mitgefühl aktivieren wird:
 
  1. Erkennt zuallererst die Gleichheit aller Wesen - sie sind alle Seelen. Auf der spirituellen Ebene sind wir eine Familie. So wie ihr Leid erlebt habt und wisst, wie es sich anfühlt, haben auch andere in ihrem Leben Leid erfahren. Und so wie ihr versucht, in eurem Leben zu wachsen, versuchen auch andere, zu lernen und in ihrem Leben voranzukommen. Und so wie ihr die Dinge aus eurer Perspektive seht, sehen andere die Dinge aus ihrem Blickwinkel.
  2. Der zweite Schritt ist darauf Wert zu legen: Wir sollten aufhören, über andere zu urteilen. Stattdessen sollten wir fühlen, was sie fühlen.
  3. Der dritte Schritt ist: Mach einen konkreten Plan, um ihnen zu helfen. Vergesst die Vergangenheit, in der ihr vielleicht von jemandem verletzt worden seid, sondern macht einen Plan, um ihnen zu helfen, und 
  4. Macht es einfach (helft anderen in Not )!
 
Manche Menschen denken, dass Mitgefühl aufgesetzt ist und dass wir nur versuchen, unseren Verstand in irgendwelche unnütze Gedanken zu winden. Letztlich, so denken sie, sind wir darauf programmiert, egoistisch unsere eigenen Ziele zu verfolgen, auch wenn das manchmal bedeutet, ein wenig rücksichtslos zu sein. Aber das ist nicht wahr. Es gibt eine gute Studie von Rick Hanson, PhD, Psychologe und Neuro-Wissenschaftler, die uns darüber informiert, dass Mitgefühl eine zugrundeliegende Qualität in jedem von uns ist. Es ist unabhängig von Zuneigung oder Beurteilung. Mit anderen Worten, wir alle können diese angeborene Qualität anzapfen und anderen Gutes wünschen, auch wenn wir ihnen zunächst ablehnend gegenüberstehen sollten. Mitgefühl ist etwas, das immer in uns ist - es ist das Fundament, eine tiefliegende Qualität. Wenn wir es irgendwie zum Vorschein bringen können, fühlen wir uns sehr gut. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass Mitgefühl zu empfinden nicht bedeutet falsche Ideen und Handlungen Anderer zu dulden! 

 

Ich erinnere mich, als ich mit etwa 2000 Devotees den Ort von Vasudeva datta in Sri Dham Mayapur in Indien, besuchte. Wir fanden Überreste seines Hauses - ein paar kleine Steinziegel. Vasudeva datta betete hier für das Wohl aller Lebewesen: "Mein lieber Herr, bitte lege ihr Karma auf meinen Rücken. Ich möchte für sie alle leiden, und auf diese Weise können sie alle ohne karmische Hindernisse vorankommen.“
 
  Ich wurde gebeten an diesem Ort zu den Devotees zu sprechen, und ich erzählte ihnen eine Geschichte, die mich sehr geprägt hatte. Nachdem ich sie zum ersten Mal gehört hatte, begann ich, Mitgefühl ernster zu nehmen. Es gab einmal einen Yogi, der viele Jahre lang in einer Höhle im Himalaya meditiert hatte. Er wollte Samadhi und schließlich Kaivalya, also Befreiung, erlangen. Aber nach etwa sieben Jahren sah er, dass er in seinem Herzen immer noch den Sinnesfreuden anhing. Er wurde so enttäuscht, dass er den Himalaya verließ, um ein gewöhnliches Leben zu beginnen. Doch auf seinem Weg sah er eine kleine Maus, die versuchte, einen kleinen Stein, der vor ihr Mauseloch gefallen war, wegzuschleppen. Der Yogi war schockiert: "Mein Gott, wenn diese Maus so geduldig ist, sollte ich auch ein wenig entschlossener und geduldiger in meiner Praxis sein."  Also ging er zurück in seine Himalaya-Höhle und versuchte, seinen Geist wieder in die Meditation zu versenken. Aber nachdem weitere fünf Jahre vergangen waren, bemerkte er immer noch Unreinheiten in seinem Herzen wie Anhaftungen und Abstumpfung. "Ich bin nutzlos", sagte er zu sich selbst und machte sich auf die lange Reise zurück in sein Dorf. Dort wollte er eine Frau finden und ein normales materielles Leben beginnen. Als er in seinem Heimatdorf ankam, ging die Sonne gerade im Westen unter. Als er die Dorfstraße entlangging, sah er einen verletzten Hund, der nicht mehr laufen konnte. Und auf einmal fühlte er: "Ich sollte etwas für den Hund tun!"  Also nahm er seine Bettelschale und ging hinunter zum Fluss, um dem Hund Wasser zu bringen. Schnell trank der Hund das ganze Wasser aus, also ging unser Yogi zurück, um zum zweiten Mal Wasser zu holen, und dann zum dritten Mal. Als er das dritte Mal zu der Stelle zurückkehrte, wo der Hund gewesen war, sah er seinen eigenen spirituellen Meister! Sein Guru sagte ihm mit einem Lächeln: "Jetzt könnt ihr wahren Fortschritt machen! Ihr habt zum ersten Mal aufgehört, über euer eigenes Ego und eure Wünsche, eure eigenen Bedürfnisse und Interessen nachzudenken. Heute hast du dein Ego überwunden, indem du mitfühlend bist und an das Wohl eines anderen denkst!"  
Diese Geschichte hat mich sehr bewegt!
 
Ich bitte euch alle, sich ab heute in Mitgefühl zu üben. Versucht zuallererst, alle Menschen gleich zu sehen und etwas zu tun, um ihr Leben zu erleichtern. Gebt ihnen Wissen, das die Wolken der Unwissenheit vertreibt und gebt ihnen praktische Hilfe. 
 
Wir hier in unserem Gaura Bhavan-Ashram haben ein regelmäßiges Programm für Mitgefühl, das wir „Dienstag des Mitgefühls" nennen. Wir streamen es auch live auf Youtube und Facebook - jeden Dienstag um 20 Uhr MEZ. Ihr könnt auf meiner Facebook-Seite (facebook.com/sacinandana.swami ) mehr darüber erfahren. Dort könnt ihr die Ankündigungen sehen, und wenn ihr möchtet, könnt ihr euch uns online für eure eigene Übung im Mitgefühl anschließen. 

 
Alles Gute und bis bald,
Sacinandana Swami
 
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