"Für jeden von uns kommt eine Zeit, wenn uns
alles oberflächlich zu sein scheint - außer
die Sehnsucht der Seele ihren wahren Pfad zu finden."
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Über den Wolken 05 SB 5.18.8

oṁ namo bhagavate narasiṁhāya
namas tejas-tejase āvir-āvirbhava

vajra-nakha vajra-daṁṣṭra karmāśayān
randhaya randhaya tamo grasa grasa om svāhā;
abhayam abhayam ātmani bhūyiṣṭhā oṁ kṣraum

 

(das bedeutet Wünsche nach Sinnesbefriedigung). Bitte erscheine in unseren Herzen und vertreibe unsere Unwissenheit, damit wir durch Deine Gnade im Kampf um das Dasein in dieser materiellen Welt furchtlos werden." (SB 5.18.8)

Prabhupada: "Er selbst. Weil er ein Schurke ist, ist er sein größter Feind. Also kommt einfach aus diesem Schurkendasein heraus, und ihr werdet euer Freund.“

Ja, jemand, der mit dem Herrn in Kontakt ist, kann sofort erleben, wie der Herr im Herzen präsent ist und einem hilft, frei zu werden von den Fesseln, den Konditionierungen, die aufgrund des eigenen Karmas vorhanden sind. Dann wird man auch, da die Angst vertrieben wird, voller Mut und Zuversicht. 

Das Gebet kann als ein kleines, dem Menschen gegebenes Werkzeug gesehen werden, durch das wir dorthin gelangen können, wo uns normalerweise der Zutritt verwehrt wäre. Ohne Gebete kämen wir nicht dorthin. Lasst uns heute fragen: Wann ist ein Gebet am effektivsten?  

Die direkte Antwort ist: Wenn jemand aus liebender Hingabe heraus betet. Dann wird sein Gebet sofort erhört - es erreicht sofort Krishnas Ohr.

Eine zweite Antwort, auf die ich noch ein wenig eingehen möchte, ist: Unsere Gebete werden sozusagen sehr real, wenn wir sehen, dass unsere eigenen Strategien und Taktiken nicht mehr funktionieren. Dann wenden wir uns an die Quelle aller Macht, die sogar von der Angst selbst gefürchtet wird, und wissen: Er ist der Einzige, der jetzt helfen kann. Mein Wille funktioniert nicht. Aber sein Wille geschieht immer. Allerdings gibt es eine gewisse Schwierigkeit, die wir überwinden müssen. Die Person, die wir rufen, ist so sehr jenseitig, er ist so sehr in der transzendentalen Ebene und wir sind so sehr hier in der materiellen Ebene gefangen. Wie können wir also die Kluft überbrücken? Die Antwort ist: Indem wir inständig beten, unsere Illusionen aufgeben und wahrhaftig werden.

Wenn ich bete - und ich mich im richtigen Raum befinde - mache ich mir gewöhnlich zuerst bewußt, dass meine sogenannte reale Welt und das Ich, das ich mir einbilde meine wahre Identität zu sein, sehr, sehr weit von der spirituellen Realität - die wirklich, immer und ewig wahr ist, entfernt sind. In diesem Raum erscheint mir diese Welt eher wie eine Bühne, etwas, das künstlich konstruiert ist, und das sogenannte Ich ist eher wie ein Schauspieler, der eine Rolle nach einem vorher geschriebenen Drehbuch spielt. Wenn ich an den Ort des wahrhaftigen Gebets komme, kann ich sehen: "Wow, es gibt eine andere Welt, die viel realer ist! Es gibt auch ein anderes Ich, das viel realer ist!“ Solange ich in diesem Körper lebe, kann ich vielleicht nicht physisch die sogenannte Bühne dieser Welt verlassen. Aber was ich tun kann, ist, ich kann die Scheinwelt mental verlassen und mich daran erinnern, dass ich ein Leben jenseits der Bühne habe. Und dass meine Persönlichkeit abseits der Bühne so viel realer ist als die dramatische Persona, die im Theater der Welt ihre karmische Rolle spielt - um mehr oder weniger fein- und grobstoffliche Entlohnung zu verdienen. 

C. S. Lewis drückte dies auf eine bemerkenswert klare Weise aus. Er sagte: "Das Gebet, das allen anderen Gebeten vorausgeht, ist: „Möge es das wahre Ich sein, das spricht. Und möge es das wirkliche Du sein, zu dem ich spreche.“ Ja, möge das wahre Ich sprechen! Und mögest Du, der ewige Herr meines Herzens, bitte zuhören und antworten. 

Wenn wir in der Lage sind, aus dieser Tiefe heraus zu beten, haben wir oft das Gefühl, dass unsere Kommunikation mit dem Herrn sehr real ist - realer als alles andere. Wir spüren, dass er uns gehört hat und wir ihm das Wesentliche offenbart haben. 

Wenn wir noch einmal auf die Analogie zurückkommen wollen: Obwohl unser physischer Körper vielleicht noch auf der Bühne dieser Welt aktiv ist, verlassen wir im Gebet die Bühne und unsere Rolle und betreten die wirkliche Welt, wenn auch nur für einen kleinen Moment. In diesem Moment haben wir die Gewissheit: Ich war in Kontakt mit dem Herrn! Und ich bin erhört worden. Durch ein solches Gebet wird es uns erlaubt, in die reale Welt einzutreten, und wenn wir zurückkehren, können andere dies spüren - fast wie Menschen, die mit jemandem in Kontakt kommen, der gerade aus einer Parfümerie kommt. Sie können die schönen Düfte riechen.

Kommen wir zurück zu dem Gebet, das wir hier besprechen: Es wurde von Prahlada gesprochen, der gerade miterlebt hatte, wie die Palastwelt, in der er aufgewachsen war, und die Herrschaft seines Vaters Hiranyakasipu von Sri Nrsimhadeva niedergerissen wurden. Wir alle wissen, dass Sri Nrsimhadeva aus der Säule kam und Prahlada beschützte, als Hiranyakasipu ihn töten wollte. Danach griff die riesige Armee von Hiranyakasipu Sri Nrsimhadeva an, aber der Herr vernichtete sie alle. Auf diese Weise war die Welt von Prahlada wirklich in Stücke gerissen worden, sie war nicht mehr da. Die Bühne war demoliert worden. In dieser Stimmung brachte er seine Ehrerbietungen dar und er betete um drei Dinge:
1. Freiheit von Wünschen
2. Freiheit von der Dunkelheit der Unwissenheit und
3. Freiheit von Angst. Er wollte sein Leben voller Mut leben. 

Hören wir dieses schöne Gebet noch einmal in einer anderen Übersetzung: "Ich bringe dem höchsten Herrn Narasimha, der Macht aller Mächte, meinen Respekt entgegen. Bitte, erscheine vor mir. O Herr mit Nägeln und Zähnen wie Blitze, verbrenne die Wirkung des Karmas, zerstöre die Unwissenheit und erscheine bitte in meinem Geist, so dass er furchtlos wird."

Dieses und andere Gebete aus dem Bhagavatam sind weitreichende Gebete in dem Sinne, dass sie sofort die Ohren und das Herz des Herrn erreichen, der dann denkt: „Oh, er spricht jetzt zu Mir! Lass mich zuhören und lass mich ihm meine Gnade gewähren.“

Ich möchte mit einer praktischen Anwendung enden. Wann immer ihr betet, achtet darauf, dass euer wahres Ich spricht. Dazu schlage ich die folgenden Schritte vor:

  1. setze dich an einen ungestörten Platz, 
  2. zentriere dich, 
  3. nimm ein paar tiefe Atemzüge 
  4. und verbinde dich dann mit dem Kern des Gebets - wo du geistig vor den Herrn trittst und zu ihm sprichst. 

Achtet während ihr betet darauf, dass eure Gebete von Herzen kommen, nicht nur von den Lippen. Und dann könnt ihr sicher sein, dass der Herr sie erwidert. 

Danke fürs Zuhören und wir sehen uns beim nächsten "Über den Wolken". 

Sacinandana Swami

Hier der Podcast unter diesem Link:



 

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