"Bewusstsein
macht den Unterschied."
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Tagebücher von Sacinandana Swami

Gesammelte Juwelen: tiefe Erlebnisse und Erkenntnisse während meines japa-retreats in Amerika (November, 2010)

Der Höhepunkt meiner Erlebnisse während des japa-retreats war, als ich kurz wahrnehmen konnte, wie der heilige Name uns mit der Person Krishna – der svarupa – verbindet. „Unpersönliche“ japa fühlt sich mechanisch an, genau wie unbewusstes Atmen – und kann dazu führen, dass wir von unserer heiligen Praxis unsere festgelegte Rundenanzahl zu chanten zurückweichen. Solches Chanten kann die tiefe Sehnsucht der Seele nach einer Beziehung zum Herrn nicht richtig erfüllen. Wenn wir uns wirklich wünschen, japa in dieser persönlichen Beziehung zu chanten, brauchen wir Anhaftung an den Herrn. Diese Anhaftung bekommt man am besten in der Gemeinschaft von Devotees, die sie schon besitzen oder begierig darauf warten.

Apropos, wir hatten eine 83 Jahre alte Devotee Dame bei uns – Mutter Indrani – welche von starkem körperlichem Leid geplagt wurde. Gegen Ende des retreats verlor sie hin und wieder das Bewusstsein (wie so oft in den letzten Jahren). Am letzten teilte sie mit vor Enthusiasmus strahlenden Augen folgende Weisheit mit uns: „Arbeitet an dieser einen Beziehung, während ihr es könnt und eure Körper noch richtig funktionieren. Strebt danach, weint, bettelt! Das ist alles, worauf es ankommt.“ Ihr Beispiel und ihre Worte haben mich zutiefst berührt.

Später hörte ich durch die Gnade von Yajna Purusha Prabhu eine kraftvolle Empfehlung von Shrila Prabhupada dazu, wie man mit ganzer Aufmerksamkeit chanten kann: „Versuche einfach, dich ernsthaft chanten zu hören.“ Ich war vorher noch nicht auf diese Empfehlung gestoßen. Und in diesem einfachen Rat (der fast wie die mysteriöse Anweisung eines Zen-Meisters klingt) steckt einiges an Tiefe. Die Kraft dieser Anweisung ist, dass sie den Geist energisch einfängt und den Chantenden in den heiligen inneren Raum des Herzens bringt.

Um die Erlebnisse unseres japa-retreats 2010 im Elkins Estate abzuschließen, habe ich dem heiligen Namen einen Brief geschrieben, in dem ich meine Gefühle ihm gegenüber ausdrücke. Ich möchte euch jetzt einige Auszüge aus diesem kleinen „Liebesbrief“ geben:

Mein lieber Nama Prabhu,
bitte akzeptiere meine ausgestreckte Ehrerbietung und meinen ernsthaften Versuch dir einen Brief zu schreiben, der über die Grenzen meines materiellen Universums hinaus direkt zu dir, in deiner Welt, Kontakt aufnimmt. Ich habe von deinem reinen Diener, meinem Shrila Prabhupada, alles über deine Herrlichkeiten gehört, und ich glaube alles, weil ich mich seiner Fürsorge hingegeben habe. Das Einzige, worum ich dich bitten möchte, ist, dass du mich gütiger Weise einlädst wieder in eine bedeutsame Beziehung zu dir zu treten, damit ich endlich mein echtes Leben des Dienstes zu dir und deinen göttlichen Gefährten zurückerlangen kann.
Dich zu treffen ist wahrlich mein einziger Wunsch und mein einziges Vorhaben. Durch deine Gnade nimmt diese göttliche Aussicht nun tief in meinem Herzen Gestalt an. Bitte traue den unzähligen Stimmen meines abgelenkten Geistes nicht und antworte nicht auf die Botschaften, die er manchmal in deine Richtung schicken mag. Überflute stattdessen bitte mein Herz mit der grenzenlosen Süße, die zu einer fast verrückt machenden Anhaftung an dich führt. Mögen du und Shrimati Radharani auf diese Weise mit jedem meiner Atemzüge zutiefst verherrlicht werden, auf immer und ewig.

deine hilflose, aber hoffnungsvolle Seele, immer noch in dieser Welt,
Sacinandana Swami

(November, 2010)
 

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