"Für jeden von uns kommt eine Zeit, wenn uns
alles oberflächlich zu sein scheint - außer
die Sehnsucht der Seele ihren wahren Pfad zu finden."
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Weisheitsgeschichten

Lache über deinen Zorn

Von Sacinandana Swami, Oktober 2007

Einst ging Krishna auf eine lange Reise mit Satyaki. Weil es ihnen nicht gelang ihr Ziel vor Sonnenuntergang zu erreichen, waren sie gezwungen im Wald zu übernachten. Krishna bat Satyaki die erste Hälfte der Nacht Wache zu stehen und er würde dann die zweite Hälfte übernehmen. Nachdem er diese Bitte geäußert hatte, begab sich Krishna auf einem Bett aus Zweigen zur Ruhe, das mit einem chadar (dünne Decke) bedeckt war.

Als Satyaki Wache stand, sah er plötzlich einen streitlustigen Dämonen herannahen. Der Dämon sprach ihn mit einer heiseren Stimme an: „Hör zu, ich bin sehr hungrig. Wenn du mir erlaubst, deinen schlafenden Freund zu überwältigen und zu essen, werde ich dein Leben verschonen. Ansonsten werde ich zuerst dich umbringen und mir danach den Bauch mit euch beiden voll schlagen.“

Satyaki war erzürnt über dieses skrupellose Angebot, zückte sein Schwert und begann, den Dämon zu bekämpfen. Aber der Dämon war stärker. Wie es der Fall mit dieser Art von Dämonen ist, wurde er größer und mächtiger, als die Nacht voran schritt. Schließlich drückte der Dämon Satyaki zu Boden. Satyaki wartete auf den Todesstoß und in nacktem Terror schloss er seine Augen.

Aber nichts passierte. Nach einiger Zeit öffnete er seine Augen, nur um festzustellen, dass der Dämon auf mysteriöse Weise verschwunden war.

„Vielleicht war der Dämon nur eine Illusion,“ dachte Satyaki. „In diesem Teil des Waldes sind solche Illusionen nicht ungewöhnlich.“ Nach einiger Zeit weckte er Krishna, wie sie vereinbart hatten, und ohne den Dämon zu erwähnen, ging er schlafen.

Am nächsten Morgen, als Satyaki aufwachte und die Sonne schien, erinnerte er sich an das, was er für einen Albtraum hielt und erzählte Krishna davon. „Oh,“ sagte Krishna, „du hast einen Dämonen gesehen, der dann verschwunden ist? War es der hier?“ Mit diesen Worten zog Krishna einen kleinen Dämonen aus seinem Hüftgewand hervor, der genauso aussah, wie der Dämon, den Satyaki während seiner Wache in der Nacht bekämpft hatte. Dann wurde Krishna ernst. „Hör gut zu, Satyaki – das ist dein Zorn. In dem Moment, indem du ihm Aufmerksamkeit geschenkt hast, wurde er größer. Identifiziere dich niemals damit. Betrachte ihn einfach und verstehe, dass du mit ihm nicht identisch bist, dann wird er letzten Endes verschwinden.“

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