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Weisheitsgeschichten

Die Gebete zweier Schiffbrüchiger

Von Sacinandana Swami

Ein Schiff wurde während eines Sturmes zerstört und nur zwei Männern an Bord gelang es zu einer nahegelegen, verlassenen Insel zu schwimmen.

Die zwei Überlebenden, die nicht wussten, was sie sonst hätten tun sollen, waren sich einig, dass sie keine andere Zuflucht hatten als zu Gott zu beten. Um herauszufinden wessen Gebete kraftvoller waren, vereinbarten sie die Insel aufzuteilen und auf den gegenüberliegenden Seiten zu bleiben.

Das erste, um das sie beteten, war etwas zu essen. Am nächsten Morgen sah der erste Mann einen früchtetragenden Baum auf seiner Seite der Insel und konnte die Früchte essen. Der Teil der Insel des anderen Mannes blieb karg. Nach einer Woche wurde der erste Mann einsam und entschied sich für eine Frau zu beten. Am nächsten Tag wurde ein weiteres Schiff zerstört und die einzig Überlebende schwamm zu seiner Inselseite. Auf der anderen Seite: nichts.

Bald betete der erste Mann um ein Haus, Kleidung und mehr Nahrung. Am nächsten Tag wurden all diese Bitten wie durch ein Wunder erfüllt. Der zweite Mann hatte jedoch immer noch nichts.

Der erste Mann betete schließlich um ein Schiff, damit er mit seiner Frau die Insel verlassen konnte. Am Morgen fand er ein Schiff, das auf seiner Seite der Insel angelegt hatte. Der erste Mann ging mit seiner Frau an Bord und entschied sich den zweiten Mann auf der Insel zurückzulassen. Er befand ihn als zu unwürdig um Gottes Segnungen zu erhalten, da keines seiner Gebete erhört worden war.

Als das Schiff gerade ablegen wollte, hörte der erste Mann eine Stimme vom Himmel dröhnen: „Warum lässt du deinen Weggefährten auf der Insel zurück?“

„Meine Segnungen gehören mir allein, weil ich derjenige war, der dafür gebetet hat“, antwortet der Mann. „Die Gebete des anderen blieben alle unerhört, also verdient er nichts.“

„Du irrst dich“, erwiderte die Stimme. „Er hatte nur ein Gebet, das ich erhörte. Wenn dieses nicht gewesen wäre, hättest du nicht eine einzige meiner Segnungen erhalten.“

„Sag mir“, bat der Mann die Stimme, „für was hat er gebetet, dass ich ihm jetzt meinen Erfolg verdanke?“

„Er bat dafür, dass all deine Gebete erhört würden.“

Soviel wir wissen, sind unsere Segnungen nicht die Früchte unserer Gebete allein, sondern die eines anderen, der für uns betet.

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