"Für jeden von uns kommt eine Zeit, wenn uns
alles oberflächlich zu sein scheint - außer
die Sehnsucht der Seele ihren wahren Pfad zu finden."
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Weisheitsgeschichten

Achte auf deine Gedanken

Von Sacinandana Swami

Gedanken sind wie Gäste. Besondere Gäste. Selbst nachdem sie gegangen sind, bleibt ihre Aura zurück und kann auf andere wirken. Am besten achtest du darauf, welche Gedanken du einlässt und hegst und welchen du die Tür weist, sobald sie auftauchen.

Ich möchte euch eine alte Geschichte über die Kraft der Gedanken erzählen – ihr werdet staunen.

In der Hauptstadt eines kleinen Königreiches in Indien lebte einst ein Vanika (Kaufmann), der ein enger Freund des Königs war.

Einmal fuhr der König, gefolgt von seinem Hofstaat, in seiner Kutsche und das königliche Ensemble steuerte die Straße an, in welcher der Kaufmann lebte. Als die königliche Prozession näher kam, eilte der Kaufmann aus seinem Haus, um seinen Freund, den König, zu grüßen. Ihre Blicke trafen sich und höflich lächelten sie sich an; doch der König spürte unerwartet einen Hauch Feindschaft in sich.

Nachdem er in seinem Palast angekommen war, rief der König sofort nach seinem höchst zuverlässigen, treuen Minister, der außerdem sehr intelligent war.

Traurig offenbarte der König dem Minister seine flüchtigen feindlichen Gefühle, die er gegenüber seinem Freund, dem Kaufmann, empfunden hatte.

Daraufhin beauftragte er seinen Minister, den Grund dafür herauszufinden.

So stattete der Minister dem Kaufmann am nächsten Tag während er Mittagspause einen Besuch ab. Der Kaufmann freute sich, den Minister zu begrüßen und weil es Mittagszeit war, lud er ihn gebührend zum Essen ein, so wie man traditionell einen „atithi“ (einen ungeladenen Gast) empfängt.

Nach dem Essen ging der Minister in den Hinterhof vom Haus des Kaufmanns, um sich Hände und Mund zu waschen. Während er sich wusch, fiel sein Blick auf einen großen Stapel teures Sandelholz. Als er ins Haus zurückkehrte, erkundigte sich der Minister beim Kaufmann nach dem Sandelholz, woraufhin der Kaufmann seine Enttäuschung zum Ausdruck brachte.

Es war eine enorme Kapitalinvestition gewesen und aufgrund des hohen Preises hatte der Kaufmann noch keinen Kunden gefunden und so blieb die kostspielige Investition lange Zeit unberührt.

Es könnte nur verkauft werden, wenn der König stirbt, denn dann wird es zur Kremation seines Körpers benötigt.

Der kluge Minister sagte: „Sorge Dich nicht, ich werde dich umgehend von deiner Last befreien, indem ich alles kaufe.“ Dann schaffte er schnell das ganze Sandelholz fort und beauftragte anschließend die königliche Schatzkammer, den Kaufmann voll auszuzahlen.

Die Erklärung war folgende: Als der Kaufmann seinen Freund, den König, während der königlichen Prozession sah, dachte er an sein kostbares Sandelholz und für einen Augenblick wünschte er sich unbeabsichtigt einen frühen Tod des Königs. Das war der Grund, warum der König Böswilligkeit gegenüber seinem lieben Freund, dem Kaufmann, verspürt hatte.

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