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Über das Chanten

TDas Grundprinzip von Sri Gaurangas Kirtan - Teil 2

Von Sacinandana Swami

Was wir von Narada Muni lernen können:

1) Wir brauchen Zuflucht bei Krishna, indem wir in der Gemütsstimmung der Trennung chanten

2) Wir brauchen eine demütige und nicht neidische Geisteshaltung beim Chanten

Narada Muni drückte es in seinen eigenen Worten so aus:

“Darauf begann ich, den heiligen Namen und Ruhm des Herrn durch wiederholtes Vortragen zu chanten und schenkte den Äußerlichkeiten der materiellen Welt keine Beachtung mehr. Es ist sehr segensreich, auf diese Weise über die transzendentalen Spiele des Herrn zu chanten und sich an sie zu erinnern. So wanderte ich über die ganze Erde, völlig zufrieden, demütig und nicht neidisch.“
(SB 1.6.26)

DIE GEMÜTSSTIMMUNG DER TRENNUNG

Um in diese erwartungsvolle Stimmung oder die Stimmung der Trennung von Krishna zu gelangen: „Krishna, ich brauche dich wirklich“, könnt ihr folgendes tun:

* Hört über Krishna aus dem Bhagavatam. Auf diese Weise werdet ihr euren Geschmack für Krishna entwickeln.

* Dient den Bhagavatas – Devotees, die über das Bhagavatam sprechen und nach dem Vorbild des Bhagavatams leben. Sie können uns mit der bhakti, die sie für Krishna haben, durchdringen.

In seiner Vorlesung zum Nektar der Hingabe (Sri Vrindavan Dhama, 20. Oktober 1972) erklärt Srila Prabhupada, dass wir durch das regelmäßige Lesen aus den Schriften unserer acaryas mit ihnen Gemeinschaft haben und wenn wir dementsprechend handeln, dienen wir ihren Lotosfüßen.i

Wenn wir aus dem Bhagavatam hören und dem Devotee Bhagavata dienen, werden wir zu dem Verständnis gelangen, dass wir zu Krishna gehören. Dieses Verständnis wird uns dazu bringen, uns Krishna zuzuwenden und bei ihm Zuflucht zu suchen. Somit wird ein Devotee beten:

“Ayi nanda tanuja kinkaram . . . Mein lieber Herr, ich bin dein ewiger Diener und doch bin ich irgendwie in diesen schrecklichen Ozean von Geburt und Tod gefallen. Bitte erweise mir deine grundlose Barmherzigkeit und betrachte mich als ein Staubkörnchen auf deinen Lotosfüßen.”
(Siksastaka 5)

DEMUT

In der Erläuterung zu Vers 1.6.26 sagt Srila Prabhupada, dass solche Gottgeweihten, die sich sehr ernsthaft dem Chanten der Namen des Herrn widmen, kein Verlangen nach materiellem Gewinn hegen. Da sie stets das höchste Ziel es Lebens – die Rückkehr zu Gott – vor Augen haben, beneiden sie niemals jemanden und sind auch nicht stolz darauf, dass sie befähigt sind, zu Gott zurückzugehen.

Sri Caitanya Mahaprabhu drückt dasselbe Prinzip in seinem Siksastaka (3) aus, wo er sagt:

trnad api sunicena taror api sahisnuna
amanina manadena kirtaniya sada hari

"Man sollte den heiligen Namen des Herrn in einer demütigen Geisteshaltung chanten und sich für niedriger halten als das Stroh auf der Straße; man sollte duldsamer sein, als ein Baum, immer bereit, anderen in jeder Hinsicht Respekt zu erweisen. Mit dieser Haltung kann man den heiligen Namen des Herrn ständig chanten."

Wie wir sehen, wurde die Art und Weise, in der Narada Muni ‘völlig zufrieden, demütig und nicht neidisch’ chantete, ebenfalls von Sri Caitanya Mahaprabhu gelehrt:

Wir müssen von Stolz frei werden, wie das Stroh auf der Straße, auf das die Menschen treten

Wir dürfen nicht neidisch sein – in den Worten von Mahaprabhu, wir müssen Andere respektieren und nicht auf sie neidisch sein.

Diese Unterweisung Mahaprabhus bezieht sich nicht nur auf die soziale Etikette, gemäß der wir ‘Höheren’ Respekt erweisen, “Oh Sannyasi Maharaja, du bist der Beste.” Nein, es bedeutet, dass wir jeden respektieren, alle Seelen, ohne etwas im Gegenzug zu erwarten. Das nächste Mal, wenn wir nicht respektiert werden, das nächste Mal, wenn uns jemand beleidigt, sollten wir einfach verstehen, dass es sich nicht lohnt, zu kämpfen. Wir wollen etwas viel Höheres.

Lasst uns also jetzt praktisch werden!

1) Wenn ihr euch hinsetzt, um Japa zu chanten oder Kirtan zu singen, denkt an den Herrn und daran, dass ihr jetzt von ihm getrennt seid. Wendet euch an ihn und bittet um Zuflucht:

krsna, tomara hana´ yadi bale eka-bara
maya-bandha haite krsna tare kare para

“Mein lieber Sri Krishna, ich habe Dich in der materiellen Welt so viele Jahre lang vergessen, aber heute will ich mich Dir ergeben. Ich bin Dein ernsthafter und aufrichtiger Diener. Bitte stelle mich in Deinen Dienst.”
(CC M 22.33)

2) Dann chantet weiter, indem ihr euch auf den maha-Mantra konzentriert. Versucht, jeden Mantra zu hören, während ihr weiterhin in der Gemütsstimmung der Sehnsucht bleibt.

3) Wenn euer Geist beginnt, umherzuwandern und ihr ihn nicht so einfach auf den heiligen Namen fokussieren könnt, begebt euch in eine demütige Haltung. Ihr könnt dem Herrn Gebete darbringen wie dieses:

aparadha-sahasra-bhajanam

patitam bhima-bhavarnaodare

agatim saranagatam hare

krpaya kevalam atmasat kuru

“O Hari! Ich habe mich tausender und abertausender Vergehen schuldig gemacht und so ertrinke ich in diesem schrecklichen, stürmischen Ozean des materiellen Daseins. Ich bin vom Weg abgekommen, doch ich wünsche mir, den richtigen Weg wiederzufinden und so habe ich bei deinen Lotosfüßen Zuflucht gesucht. Bitte akzeptiere mich allein aus deiner Barmherzigkeit heraus als Dein.”
(Stotra-ratna 48)

Wenn ihr auf diese Weise chantet, aus dem Herzen heraus und euch so mit dem Herrn verbindet, werden Wunder geschehen!


Fortsetzung folgt…
 

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