"Es ist nicht so, dass wir uns nicht trauen,
weil die Dinge kompliziert sind. Weil wir uns
nicht trauen, werden die Dinge kompliziert."
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Über das Chanten

TDas Grundprinzip von Sri Gaurangas Kirtan - Teil 3

Von Sacinandana Swami

Bisher haben wir vom Beispiel Narada Munis gelernt, wie das Chanten in der Stimmung der Trennung und in demütiger Haltung die Grundlage unserer Philosophie bildet. Genau das wollte uns Sri Caitanya Mahaprabhu lehren, als er seine sankirtan-Bewegung begründete:

Als Sri Caitanya Mahaprabhu Isvara Puri in Gaya traf, erhielt er den Gopal Mantra, der zur Verehrung Krishnas gechantet wird. Als Ergebnis davon wollte er nach Vrindavan laufen, um seinen Herrn zu treffen.

Nachdem er eine Weile gereist war, hörte der Herr, wie eine Stimme vom Himmel – ein Vertreter der Halbgötter - sprach: „O Kronjuwel unter den Zweimalgeborenen, gehe jetzt noch nicht nach Vrindavan. Wenn die richtige Zeit gekommen ist, wirst du sicherlich dorthin gehen. Kehre jetzt einfach zu deinem Haus in Navadvipa zurück. Du bist der Herr der spirituellen Welt und bist gemeinsam mit deinen Gefährten erschienen, um die Menschen der Welt zu befreien. Wenn du den Reichtum ekstatischer Liebe zu Gott verteilst, wird dein Chanten unzählige Universen überschwemmen. Wir sind deine Diener und so bringen wir deinen Lotosfüßen diese Erinnerung dar.“ (CB Adi 17.129-132)

Aufgrund dieses “höheren Eingreifens” ging der Herr also nicht nach Vrindavan. Er kehrte nach Navadvipa zurück, um die sankirtana-Bewegung ins Leben zu rufen. Nach seiner Rückkehr bemerkten die Devotees eine deutliche Veränderung seines Charakters, denn anstatt sie in schwierige Debatten zu verwickeln, rief er nun: “Krishna! Krishna! Wo bist du?”

Der Herr wollte seinen Devotees erklären, was geschehen war, und daher lud er sie in die Hütte von Suklambara das am Ufer der Ganga ein. Hier erklärte er, wie er auf dem Rückweg aus Gaya nach Kanai Natshala kam, wo er den darshan von Krishna erhielt. Er beschreibt es in seinen eigenen Worten:

“Dort sah ich einen wunderschönen Jüngling mit einer leuchtenden dunklen Ausstrahlung, schwärzlich, wie die Rinde eines tamal Baums. Sein bezauberndes lockiges Haar war mit Waldblumen, einer Girlande aus frischen gunja Beeren und einer farbenprächtigen Pfauenfeder geschmückt. Seine Edelsteine und Juwelen leuchteten so sehr, dass ich ihn nicht richtig sehen konnte. So ist es mir unmöglich, die Schönheit der filigran verzierten Flöte in seiner Hand zu beschreiben. Seine sanften Lotosfüße waren mit reizvollen Fußglöckchen geschmückt. Seine starken, würdevollen Arme übertrafen die Stärke und Schönheit zweier blauer Säulen. Wie werde ich jemals die Anmut seines gold-gelben Seiden-dhotis beschreiben können, seine baumelnden fischförmigen Ohrringe und seine Lotusblütenblättern gleichenden Augen, mit dem wunderbar schläfrigen Ausdruck? Er lächelte mild, während er auf mich zukam und nachdem er mich umarmt hatte, rannte er plötzlich davon.”

Dann fiel Sri Chaitanya in Ohnmacht. Die Devotees richteten ihn eilig auf und chanteten “Krishna! Krishna!”. Zu einem gewissen Grad beruhigten sie ihn, doch er konnte nicht ruhig bleiben. Ununterbrochen rief er aus: “Wo ist Krishna? Wo ist Krishna?”

(Sri Chaitanya-bhagavata, Madhya-khanda 2.180–195)

"Nimai Pandit ist ein großer Devotee geworden," sagten die Devotees. Und dann sagten sie zum Herrn: "Was ist der Wert von Vaikuntha für jemanden, der mit dir Gemeinschaft hat? Ein einziger Moment mit dir gewährt uns die Frucht der Hingabe. Wir sind nun alle von dir abhängig. Du bist nun unser Führer. Führe uns im kirtan an."

Sri Caitanya Mahaprabhu begann daraufhin seien nächtlichen kirtans im Haus von Srivasa Pandit und chantete die Nacht hindurch. Er sagte: "Warum sollen wir unsere Nächte mit Schlafen vergeuden? Lasst uns chanten!"

So begann alles. Das ist die zugrunde liegende Stimmung, die Stimmung der Trennung. Mit den Worten von Caitanya Mahaprabhu: "Wo ist Krishna?"

Von Sri Caitanya Mahaprabhu strömt ein Fluss unsterblichen Nektars der bhakti. “Wer einen menschlichen Körper bekommen hat, aber das giftige Wasser materiellen Lebens trinkt, statt aus einem solchen Fluss, bringt sich um seine Chance.” (CC Adi 13.123)

Wollt ihr leben? Dann kommt und trinkt vom nektargleichen Fluss des heiligen Namens. Den Upanisaden zufolge, sind wir alle im Nektarozean geboren. Wir sind nicht dazu bestimmt, uns mit irgendetwas anderem als Nektar zufrieden zu geben. Das ist unser Geburtsrecht.

Durch sein Erscheinen im Land von Navadvipa, offenbarte Sri Caitanya Mahaprabhu das Chanten des heiligen Namens als Mittel, um diesen Nektar der Unsterblichkeit zu erlangen. Und indem er die Rolle eines Lehrers annahm, offenbarte er, wie man die heiligen Namen chanten muss, um die besten Ergebnisse zu erhalten.

Gour-premanandi Hari Haribol!
 

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